Orgelspiele - Rhapsody in Blue - Bilder einer Ausstellung

 

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Booklet

 

Barry Jordan


   

   

Modest Mussorgski: Bilder einer Ausstellung

1

   

1:49

   

Modest Mussorgski: Promenade 1

2

   

3:12

   

Modest Mussorgski: 1. Gnomus

3

   

1:08

   

Modest Mussorgski: Promenade 2

4

   

5:12

   

Modest Mussorgski: 2. Il vecchio Castello - Das alte Schloss

5

   

0:36

   

Modest Mussorgski: Promenade 3

6

   

1:11

   

Modest Mussorgski: 3. Die Tuilerien - Streit der Kinder nach dem Spiel

7

   

3:14

   

Modest Mussorgski: 4. Bydlo - Ochsenkarren

8

   

0:52

   

Modest Mussorgski: Promenade 4

9

   

2:04

   

Modest Mussorgski: 5. Ballett der Küchlein in ihren Eierschalen

10

   

2:18

   

Modest Mussorgski: 6. Samuel Goldenberg und Schmuyle

11

   

1:58

   

Modest Mussorgski: Promenade 5

12

   

2:07

   

Modest Mussorgski: 7. Der Marktplatz von Limoges

13

   

4:19

   

Modest Mussorgski: 8. Catacombae (Sepulchrum Romanum)

14

   

4:29

   

Modest Mussorgski: 9. Die Hütte auf Hühnerfüßen (Baba-Yaga)

15

   

6:37

   

Modest Mussorgski: 10. Das große Tor von Kiew

16

   

18:45

   

George Gershwin: Rhapsody in Blue



Organisten lieben Kontrapunkt und können mit Melodie oder Rhythmus kaum etwas anfangen; außerdem kennen sie seit dem Tod Bachs in 1750 höchstens drei Komponisten (Mendelssohn, Reger und Messiaen), sind lichtscheu und ein wenig verdreht. So die landläufige Meinung; und gerade deswegen macht es Laune als Organist (vor allem dann, wenn man das entsprechende Instrument zur Verfügung hat), in fremden Revieren zu wildern, um die Werke für sich zu nutzen, mit denen andere Musiker ihr Publikum begeistern.

Die zwei Werke, die sich auf dieser CD begegnen, haben, unterschiedlich wie sie sind, eines gemeinsam: Sie sind in Fassungen besonders beliebt, die nicht den Originalen entsprechen; und damit sind der weiteren Bearbeitung kaum Grenzen gesetzt. Der Spaß und die Freude an der Entfaltung von Orgelklang kann ungehindert ausgelebt werden und wird im wahrsten Sinne zum „Orgelspiel“.

Modest Mussorgskis Sammlung von Charakterstücken „Bilder einer Ausstellung“ spiegeln seine Erlebnisse nach dem Besuch einer Exhibition der Werke von Viktor Hartmann, die 1874 in Petersburg stattfand, wider. Hartmann, der 1873 39-jährig starb, war Verbündeter Mussorgskis im Kampf um eine „genuin russische“ Kunst und sein Tod traf Mussorgski schwer. Das Werk, das einen Rundgang durch die Ausstellung darstellt (eher ein Teilrundgang, da mehr als 400 Werke ausgestellt waren), wurde in etwa sechs Wochen vollendet. In seiner ursprünglichen Fassung ist das Stück für Klavier solo, aber am bekanntesten wurde es in einer Orchestrierung von Maurice Ravel. Die bizarre Art vieler der Zeichnungen lässt Spielraum für fantasievolle Registrierungen an der Orgel.

George Gershwins „Rhapsody in Blue“ entstand für ein Konzert, das der legendäre amerikanische Bandleader Paul Whiteman 1924 in New Yorks Aeolian Hall unter dem Titel „An Experiment in Modern Music“ veranstaltete. Gershwins Partitur entstand wie Mussorgskis in etwa sechs Wochen, allerdings in einer Version für zwei Klaviere, wobei die (für die Band gedachte) Stimme des zweiten Klaviers mit Hinweisen zur Instrumentierung versehen war – nicht aber mit den Namen der Instrumente, sondern denen der Mitglieder von Whitemans Formation! Whitemans Arrangeur Ferdi Grofé besorgte daraufhin die Instrumentierung; bei der Uraufführung spielte man in der Besetzung Flöte, Oboe, Klarinetten, Heckelphon, mehreren Saxophonen, zwei Hörnern, zwei Trompeten, zwei Flügelhörnern, Euphonium, zwei Posaunen, Bassposaune, Tuba, zwei Klavieren, Celesta, Banjo, Schlagzeug, Pauke, mehreren Violinen, Kontrabass und Akkordeon. Die Soloepisoden des Klaviers wurden von Gershwin selbst weitgehend improvisiert und in der Partitur des Dirigenten stand nur die Anweisung „Wait für nods“ - „Auf Zunicken warten“. Der Arbeitstitel des Stücks war „American Rhapsody“. Den heute bekannten Titel erfand Georges Bruder Ira, nachdem er einer Ausstellung mit Bildern von James MacNeill Whistler beigewohnt hatte, zahlreiche seiner Kunstwerke trugen Titel wie „Symphony in White“ oder „Arrangement in Gray and Black“. Trotz durchwachsener Kritik und viel Skepsis aus dem „E-Musik-Lager“ war die Rhapsody ein triumphaler Erfolg. Whiteman führte sie im ersten Jahr vierundachtzigmal auf und verkaufte eine Million Aufnahmen. An der Orgel bekommt das Stück ein etwas verändertes Gesicht. Die extreme Expressivität einer dirty gespielten Blues-Klarinette ist nur annähernd zu erreichen, dennoch bleibt viel Esprit und gute Laune übrig.

Barry Jordan


STEREO · Order code 30231 · EAN 4025531302313 · CD · Productionright 2012 by prospect Studio-Label-Verlag - Andreas Lamken, © 2012 by prospect Studio-Label-Verlag - Andreas Lamken · LC 03695 · Made in Germany · Recorded (Magdeburger Dom, Germany, 2012-04-22) edited and mastered by Andreas Lamken (prospect Studio-Label-Verlag, Königslutter, Germany) · Total duration 1:00:16 · Preface by Barry Jordan · Cover photo and cover design by AUSDRUCKSLOS (Braunschweig, Germany) · All other photos by Oliver Bauer (Helmstedt, Germany) · Product design by prospect Studio-Label-Verlag (Königslutter, Germany) · Printed in Germany · All rights reserved