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Booklet

 

Johannes Denhoff, Stefan Soltesz, Staatsorchester Braunschweig


   

   

Pjotr Iljitsch Tschaikowski: Violinkonzert D-Dur op. 35

1

   

18:28

   

Pjotr Iljitsch Tschaikowski: 1. Allegro moderato

2

   

5:57

   

Pjotr Iljitsch Tschaikowski: 2. Canzonetta. Andante

3

   

9:55

   

Pjotr Iljitsch Tschaikowski: 3. Finale. Allegro Vivacissimo

   

   

Johann Sebastian Bach: Partita II d-Moll BWV 1004

4

   

4:13

   

Johann Sebastian Bach: 1. Allemanda

5

   

2:22

   

Johann Sebastian Bach: 2. Corrente

6

   

4:18

   

Johann Sebastian Bach: 3. Sarabanda

7

   

3:37

   

Johann Sebastian Bach: 4. Giga

8

   

15:20

   

Johann Sebastian Bach: 5. Ciaccona



Tschaikowski und Bach, ein Violinkonzert und eine Partita für Violine allein, wie passt das auf einer Veröffentlichung zusammen? Beide Werke in der Tonart D, ersteres in Dur, letzteres in Moll komponiert, markieren sie auf ihre jeweils eigene Art den Gipfel der Geigenkunst. Die Partita d-Moll galt zu Bachs Zeiten als unspielbar, unter anderem wegen ihrer hoch komplexen Akkordtechnik, vor allem in der berühmten Ciaconna; Tschaikowskis Violinkonzert wiederum fordert den Solisten auf sämtlichen technischen Ebenen bis an die Grenze, hier wie dort auch konditionell.
Vor meiner ersten öffentlichen Aufführung 1982 habe ich die Partita immer wieder drei Mal hintereinander, ohne die Geige abzusetzen durchgespielt, quasi als Konditionstraining. Beide Werke waren seit Beginn des Studiums mein Traumziel, scheinbar unerreichbar, beide wurden neben anderen meine Examensstücke. Und als ob die Professoren der Prüfungskommission meine besondere Affinität zu beiden Kompositionen gespürt hätten, ließen sie mich den ersten Satz von Tschaikowskis Violinkonzert und direkt danach die Ciaconna der Bach-Partita hintereinander spielen, eine eher ungewöhnliche Reihenfolge für eine Prüfung.
Ich erinnere mich noch genau an eine Unterrichtsstunde bei Professor Rostal: Ich interpretierte das komplette Konzert von Tschaikowski mit Klavierbegleitung. Nach dem Schlussakkord endloses Schweigen – dann der kurze knackige Kommentar: „Jetzt bist‘ ein richtiger Geiger“. Das hört man nicht ungern.
Eine nette andere Anekdote: Auf meine Frage, ob ich bei der d-Moll Partita hier und da etwas Vibrato einsetzen könne, die prompte Antwort meines Professors: „Glaubst du, dass Bach seine 20 Kinder alle ohne Vibrato gezeugt hat?“.
1986 spielte ich eben diese Partita im damals noch zugigen Kreuzgang des Doms zu Königslutter. Just im ruhigsten, intimsten Satz, der Sarabande, gab es einen lauten Knall: Eine zuvor offenbar nur leicht angelehnte, schwere Holztür schlug direkt hinter mir zu. Da das Publikum mindestens genauso erschrocken war wie ich, hat es wohl kaum realisiert dass mein Geigenbogen einen „kleinen“ Hüpfer von mindestens 30 cm vollbracht hat.
Auf diese und andere Art haben mich Bachs Partita und das Tschaikowski-Violinkonzert mein Berufsleben lang begleitet, letzteres u.a. beim Probespiel zur Einstellung als 1. Konzertmeister beim Staatsorchester Braunschweig.
In einer Radiosendung über den großen Geiger David Oistrach wurde von einer Aufführung des Tschaikowski-Konzerts während des 2. Weltkriegs berichtet: Während der Canzonetta hörte man im Hintergrund den Bombenhagel. Das hat mir, nicht zuletzt durch Oistrachs Interpretation die unfassbare Tiefe dieser Musik noch einmal näher gebracht.
Ich freue mich, nach fast 40 Jahren auf der Bühne und 30 Jahren Konzertmeistertätigkeit, diese beiden für mich persönlich großartigsten, emotional packendsten Werke der Violinliteratur in dieser Kombination präsentieren zu können.

Johannes Denhoff


STEREO · Order code 00238 · EAN 4025531002381 · CD · Productionright 2012 by prospect Studio-Label-Verlag - Andreas Lamken, © 2012 by prospect Studio-Label-Verlag - Andreas Lamken · LC 03695 · Made in Germany · Tracks 1-3 recorded (Stadthalle Braunschweig, Germany, 2010-02-21) and edited by Jobst Eberhardt (Braunschweig, Germany) · Tracks 4-8 recorded (St. Nicolai-Kirche, Melverode, Germany, 2012-02-15) and edited by Andreas Lamken (prospect Studio-Label-Verlag, Königslutter, Germany) · Mastered by Andreas Balaskas (Masterlab, Berlin, Germany) · Total duration 64:20 · English translations on pages 4, 5, 11 and on digipack by Barry Jordan (Magdeburg, Germany) · Page 2: Pjotr Iljitsch Tschaikowski (painted by Nikolai Dimitriyevich Kuznetsov) · Page 5: Johann Sebastian Bach (painted by Elias Gottlob Hausmann) · Page 7: Stefan Soltesz (photo by Matthias Jung, Köln, Germany) · Cover photo and photos on digipack by Oliver Bauer (Helmstedt, Germany) · Cover design by AUSDRUCKSLOS (Braunschweig, Germany) · Product design by prospect Studio-Label-Verlag (Königslutter, Germany). · Printed in Germany · All rights reserved